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Die Stadteil-Aktiv-Kasse und Beispiele

Von 2006 bis 2008 wurde in Linden-Süd das Konzept der Stadtteil-Aktiv-Kasse erprobt. Ziel war es, den BewohnerInnen des Stadtteils finanzielle Unterstützung für die Umsetzung ihrer Ideen (Veranstaltungen, Ausflüge usw), die das Zusammenleben in Linden-Süd fördern, zu geben. Die Beantragung der gewünschten Förderung erfolgte persönlich bei der Jury der Kasse und durch eine kurze Beschreibung des Vorhabens inkl. Kostenabschätzung. Bis Ende 2008 wurde viele, sehr unterschiedliche und kreative Ideen durch die Stadtteil-Aktiv-Kasse Linden-Süd unterstützt wie die Beispielprojekte zeigen.

Die Idee, das Engagement der BewohnerInnen von Linden-Süd ohne bürokratischen Aufwand weiter zu unterstützen, wird seit 2009 durch den Quartierfonds Linden-Süd fortgesetzt.

Zum Hintergrund

Kerngedanke der Stadtteil-Aktiv-Kasse ist es, lokale, gemeinwesenorientierte Initiativen mit kleinen Förderbeträgen zu unterstützen, um z.B. das Zusammenleben der Generationen, der Einheimischen und der Zugewanderten, die Kinder- und Familienfreundlichkeit und das Wohnumfeld zu verbessern. Die Idee der "Stadtteil-Aktiv-Kassen" ist auf der Grundlage internationaler Erfahrungen, insbesondere in Großbritannien, und dem erfolgreichen Modell der "Kiez-Aktiv-Kassen" in Berlin entstanden.

Projektpartner waren das Land Niedersachsen (Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit), die LAG Soziale Brennpunkte Niedersachsen e.V., die Bertelsmann-Stiftung, sowie je eine Einrichtung in jedem ausgewählten Stadtteil, die das Projekt regional begleitet.

Die gesamte Fördersumme für Linden-Süd betrug EUR 5.000,- (EUR 2.500,- vom Land Niedersachsen, EUR 1.000,- von der Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH)/Mittel für Quartiermanagement, EUR 1.000,- von der Stadt Hannover und EUR 500,- Eigenmittel des Stadtteilforums Linden-Süd).

Weiter Modellstandorte in Niedersachsen

  • Cuxhaven - Stadtteil Süderwisch (Verein "Wir in Süderwisch e.V.")
  • Delmenhorst - Stadtteil Düsternort (Nachbarschaftsbüro Düsternort)
  • Garbsen - Stadtteil Kronsberg (Nachbarschaftsladen Neuland)
  • Göttingen - Stadtteil Weststadt (Stadtteilbüro Weststadt)
  • Ostercappeln - Projekt "Starkes Dorf!"
  • Verden - Stadtteil Hoppenkamp (Bürgertreff am Hoppenkamp)

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Beispiele

Zwischen 2006 und 2008 wurden folgende Projektideen unterstützt:

Offener Bücherschrank

Am 6. Dezember 2008 eröffnete Bezirksbürgermeisterin Barabara Knoke den offenen Bücherschrank Linden-Süd. Die Jury-Mitglieder der Stadtteil-Aktiv-Kasse und Mitglieder des Stadtteilforums Linden-Süd freuten sich über das rege Interesse der BewohnerInnen des Stadtteils. Mit Tüten voller Bücher waren sie der Einladung der Stadtteil-Aktiv-Kasse gefolgt.  Sie lauschten bei Glühwein, Kakao und Plätzchen Oskar Ansul und Roland Balzer, die zur Einstimmung ein paar Gedichte vortrugen.

Der Bücherschrank steht auf dem Stadtteilplatz Haspelmathstraße/Charlottenstraße und hat immer geöffnet! Zwei Anwohnerinnen des Stadtteils kümmern sich als Patinnen um den Schrank und achten auf seinen Zustand und Inhalt. Doch auch viele andere Personen, haben ein Auge auf den Schrank. Dazu gehören neben den LeserInnen auch die regelmäßigen NutzerInnen des Platzes, auf dem der Schrank steht.

Initiiert und zum Großteil finanziert wurde der Bücherschrank durch die Stadtteil-Aktiv-Kasse. Ein großer Dank für die weitere finanzielle Unterstützung geht an den Bezirksrat Linden-Limmer und die Landeshauptstadt Hannover, die für alle hannöverschen Bücherschränke die Verantwortung übernommen hat.

Ausflug zum Bauernhof

Am 24.05.08 besuchten "Stadtteilmütter", Kinder und ihre Eltern mit Migrationshintergrund  das Gut Adolphshof in Lehrte. Im Rahmen des Projektes "Vernetzte Sprachförderung und Elternbildung Linden-Süd" ("Rucksack") hatte sie sich bereits seit längerem mit dem Thema Bauernhof beschäftigt und dabei fest gestellt, dass vielen Kindern das Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof unbekannt ist. Die Idee, einen Bauernhof zu besuchen, fand so großen Zuspruch, dass gut 50 Familien am Ausflug teilnahmen. Die lehrreiche Fahrt ins Grüne hat allen so viel Spaß bereitet, dass ähnliche gemeinsame Ausflüge wiederholt werden sollen.  Die Stadtteil-Aktiv-Kasse förderte den Ausflug durch einen Zuschuss zu den Fahrtkosten.

Zwergemalen

Zum Stadtteilfest 2008 waren alle Kinder zwischen 5 und 15 Jahre zum Bemalen von Zwergenfiguren eingeladen. Für die schönsten drei Zwerge in zwei Altergruppen gab es kleine Preise zu gewinnen. Der Wettbewerb fand großes Interesse. Die Stadtteil-Aktiv-Kasse förderte die Materialkosten und Sachpreise.

Graffiti-Gestaltung

Dem Design-Student und Graffiti-Künstler Jascha Müller (http://www.nekosan.de) wurde es durch Unterstützung der Stadtteil-Aktiv-Kasse und der Wohnungsgenossenschaft Selbsthilfe Linden e.G. möglich, ein bis dato unauffälliges, graues Haus zum Blickfang werden zu lassen. Die Aktion brachte viele positive Resonanz der Lindener/-innen. Das Haus steht an der Ecke Charlottenstraße/Großkopfstraße.

Fahrradwerkstatt

Matthias Christmann und Ruben Baltzer betreiben ehrenamtlich die kleine Fahrradwerkstatt in einer Garage von Pico Bello am Allerweg. Sie reparieren kostenlos die Fahrräder der Kinder des Stadtteils oder geben Tipps zur Selbsthilfe. Die Stadtteil-Aktiv-Kasse unterstützte das Engagement durch die Ausstattung mit weiterem Werkzeug.

Open-Air-Kino

Ein Open-Air-Kino im Winter, das war etwas besonderes! "Den Zauberer von Oz" sahen viele Kinder und Erwachsene am 17.12.2006 bei Kinderpunsch, Glühwein und kleinen Gerichten. Die Stadtteil-Aktiv-Kasse organisierte das Kino als Werbung für ihre Arbeit.

Die Eichhörnchen

"Sammeln, zubereiten und gemeinsam verzehren", das ist das Mott des Projekts "Eichhörnchen". Roland Balzer und weitere Lindener/-innen des "Eichhörnchens" vermitteln die Zubereitung von preisgünstigem, gesundem Essen. Es wird aber nicht nur gekocht, auf Wunsch unterstützen die "Eichhörnchen" Eigentümer/-innen privater Gärten im Stadtteil gegen Anteil bei der Ernte und zaubern köstliche Marmeladen, Säfte usw. Die Stadtteil-Aktiv-Kasse unterstützte die "Eichhörnchen" durch die Anschaffung von Küchenutensilien und einen Fahrradanhänger.

Eisbär trifft Schwarzbär

Zusamen mit Kindern gestaltete Matthias Wessolowski im Sommer 2007 einen großen Bär aus Pappmache, der mit internationalen Zeitungen beklebt wurde. Der Bär wurde beim Stadtteilfest fertig gestellt und stand danach in Sichtbeziehung zum Schwarzen Bär am Anfang der Deisterstraße. Die Stadtteil-Aktiv-Kasse unterstützte bei den Materialkosten.